Risikobeurteilung - wie?

Die Risikobeurteilung dient der systematischen Erkennung von Risiken und der Bewertung ihres Gefährdungspotenzials. Ausführliche Informationen zur Risikobeurteilung und ihrer Einzelschritte liefert die DIN EN ISO 12100.

Ausgangspunkt ist die Festlegung der Grenzen der Maschine. Das sind nicht alleine die physischen Grenzen wie Größe und Bewegungsbereich der Maschine. Dazu gehören auch die Festlegung und Abgrenzung der bestimmungsgemäßen Verwendung, zeitliche Grenzen wie Lebensdauer und Wartungsintervalle.

 

Die Bestimmung der Grenzen ist im Wesentlichen also die Abgrenzung, wofür die Maschine eingesetzt werden darf und - besonders wichtig - wofür nicht.

Im nächsten Schritt wird die Maschine im Detail auf Risiken untersucht.

Alle möglichen Einzelrisiken müssen erfasst und dokumentiert werden. Hierbei und auch bei den folgenden Schritten sind die Lebenszyklen einer Maschine vom Transport über die Montage, Inbetriebnahme, Verwendung Wartung bis hin zur Demontage und Entsorgung zu berücksichtigen. Ebenso sind unterschiedliche Betriebszustände der Maschine zu berücksichtigen. Jede Phase des Lebenszyklus und jede Betriebsart kann ihre eigenen Risiken haben. Die DIN EN ISO 12100 bietet mit ihrem Anhang B eine sehr wertvolle Hilfe für die Ermittlng der Einzelrisiken. Es werden Beispiele für Gefährdungen gegeben, die dafür häufigsten Gefährdungsquellen sowie ihre mögliche Folgen. Zusätzlich werden typische Beispiele für Gefährdungen aus der genannten Aufstellung grafisch dargestellt. Anhang B ist eine unschätzbare Hilfe bei der Ermittlung der Einzelrisiken einer Maschine.

Nachdem alle Einzelrisiken erkannt sind, werden sie - jedes für sich - auf ihr Gefährdungspotenzial untersucht. Dabei ist zu berücksichtigen wie hoch das potenzielle Schadensausmaß und die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Schadens sind. Bei der Bestimmung der Grenzen wurde zwar eine Abgrenzung zu nicht zugelassener Verwendung gemacht dennoch muss bei der Beurteilung der Risiken immer die vorhersehbare Fehlanwendung berücksichtigt werden. Es hilft nichts, eine als üblich bekannte Fehlanwendung per Hinweisschild zu verbieten.

Aus dem ermittelten Gefährdungspotenzial ist abzuleiten, ob das Einzelrisiko akzeptabel ist, oder ob eine Risikominderung notwendig ist. Falls Maßnahmen zur Risikominderung getroffen werden müssen, so ist anschließend das Risiko unter Berücksichtigung der Maßnahme erneut zu bewerten.

Die Risikobeurteilung ist ein iterativer Prozess, der nach jeder Änderung an der Maschine erneut durchlaufen werden muss, bis schließlich alle erkannten Einzelrisiken für jede Lebensphase der Maschine und für jede Betriebsart auf ein akzeptables Maß reduziert sind. Die nachfolgende Grafik zeigt den iterativen Prozess für ein einzelnes Risiko. 

 

Die Risikobeurteilung ist schriftlich zu dokumentieren. Die Dokumentation ist Bestandteil der technischen Dokumentation, die der Hersteller für seine Maschine anlegen muss. Damit ist sie auch eine von mehreren Voraussetzungen für das Anbringen des CE-Zeichens auf der Maschine, ohne das die Maschine in Europa nicht in Verkehr gebracht werden darf.

RV - Risiken vermeiden unterstützt Sie gerne bei der Risikobeurteilung für Ihre Produkte. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Wir nehmen Ihre Anfrage auf und besprechen mit Ihnen mögliche Vorgehensweisen.

 

   
© 2014-2019 RV-Risiken vermeiden