Sicherheit gewährleisten

Der Forderung aller EU-Richtlinien folgend, sollen im europäischen Wirtschaftsraum nur sichere Produkte inverkehrgebracht werden. Niemand soll durch die Nutzung eines Produkts mehr gefährdet werden, als es nach dem Stand der Technik unumgänglich ist. Die Verantwortung für die Sicherheit eines Produkts trägt bis zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens der Hersteller. Ab diesem Zeitpunkt übernimmt der Betreiber die Verantwortung. Die Zuweisung der Verantwortung ist festgeschrieben und ist auch nicht mit vertraglichen Regelungen zwischen Hersteller und Betreiber zu verändern. Jeder Vertragsbestandteil, der eine andere Zuweisung von Verantwortlichkeiten festlegen soll, ist automatisch unwirksam.

Also sind Sie als Hersteller in der Pflicht, Ihr Produkt so sicher zu gestalten, wie es der aktuelle Stand der Technik erlaubt. Folge dieser Forderung ist, dass Sie den Stand der Technik beobachten müssen. Für den primär funktionalen Bereich Ihrer Produkte ist das selbstverständlich und in Ihrem ureigensten Interesse. Aber für Sicherheitstechnik?

Ja, auch die Sicherheitstechnik und ihre Umsetzung liegt in Ihrem Interesse. Hersteller, deren Produkte nicht mit Unfällen in Verbindung gebracht werden, haben ein besseres Image. Arbeitsunfälle fügen den direkt Betroffenen teilweise erhebliches Leid zu. Das Bewusstsein dass Arbeitsunfälle auch teuer für den Hersteller und den Betreiber von Maschinen sind, setzt sich immer mehr durch. Zunehmend werden Maschinen daher auch nach dem Kriterium Sicherheit entwickelt und ausgesucht. Damit erlangt die Sicherheit neben der reinen Funktionalität wachsende Bedeutung.

Der Weg zur sicheren Maschine ist in der Maschinenrichtlinie und in den dazu gelisteten europäischen Normen beschrieben und lässt sich mit wenigen Schritten abstecken:

 

Risiken suchen bewerten  und reduzieren

Die Identifikation von Risiken und ihre Bewertung ist der schwierigste Prozess. Oft werden Risiken, die von einer Maschine ausgehen nicht als solche angesehen. In vielen Fällen werden Risiken erkannt, da sie aber bei Einhaltung vorgegebener Regeln zu keinem Schaden führen, scheinen sie nicht von Bedeutung zu sein. Das Einhalten von Regeln ist aber willensabhängig. Der Betreiber/Bediener einer Maschine muss die Regeln aktiv einhalten um sicher arbeiten zu können. Was aber, wenn besondere Situationen dazu auffordern, dass etwas anders gemacht werden soll, als normalerweise? Wenn eine Regel "nur dieses eine Mal" nicht beachtet wird? Dann wirken nur willensunabhängige Schutzmaßnahmen. Ganz bewusst fordert die Maschinenrichtlinie, dass bei der Betrachtung von Risiken auch die billigerweise zu erwartende Fehlanwendung zu berücksichten ist.

 

Das große Problem bei der Identifikation von Risiken ist die notwendige Neutralität dem eigenen Produkt gegenüber. Vieles ist durch Beobachtung bei Anwendern der Maschine erkennen. Wenn man beim reinen Beobachten der Anwendung erkennt, dass ein Anbauteil gerne mal als Tritt zum Aufsteigen auf die Maschine benutzt wird, weiss man einerseits, dass dieses Anbauteil anders gestaltet werden muss und dass andererseits aber offenbar eine Notwendigkeit für eine Aufstiegshilfe besteht. Entweder muss die Notwendigkeit zum Aufstieg durch konstruktive Maßnahmen beseitigt werden oder es muss eine geeignete und entsprechend konstruierte Aufstiegshilfe vorgesehen werden. Die Maschinenrichtlinie fordert für die Reduzierung von Risiken ein dreistufiges Vorgehen:

  1. Beseitigung oder Minimierung von Risiken - Risiken sollen durch konstruktive Maßnahmen gar nicht erst entstehen
  2. Ergreifen geeigneter Schutzmaßnahmen für Risiken, die sich nicht ausreichend beseitigen lassen
  3. Information des Benutzers über nicht vollständig abgesicherte Risiken und Hinweise auf den Umgang damit.

Diese drei Stufen sind der Reihe nach abzuarbeiten. Erst wenn eine Stufe aus zwingenden Gründen nicht ausreichend erfüllt werden kann, darf die nächste Stufe angegangen werden.

So einfach es klingt, auf dem Weg zur sicheren Maschine liegen viele Stolpersteine. Wenn Sie den Weg sicher beschreiten möchten und die Stolpersteine nicht alle selbst erfahren wollen, lassen Sie uns das wissen.

RV - Risiken vermeiden unterstützt Sie auf dem Weg zur sicheren Maschine. Eine E-Mail an  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  eröffnet den ersten Kontakt zu uns. Wir melden uns gerne zurück.

   
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