Typ-A-, Typ-B- und Typ-C-Normen

Die harmonisierten EU Normen, also die Normen, die alle Staaten im Geltungsbereich der EU Richtlinien als nationale Norm übernommen haben, werden in drei Typen unterteilt. Die Typ-A, Typ-B und Typ-C Normen.

 

 

Typ-A-Normen

Die Sicherheitsgrundnormen, legen Grundbegriffe, Gestaltungsleitsätze und allgemeine Sicherheitsaspekte für Maschinen fest. Sie behandeln also die grundlegenden Sicherheitsanforderungen, die an Maschinen gestellt werden.

Beispiel für eine Typ-A-Norm ist die

EN ISO 12100 "Sicherheit von Maschinen - Allgemeine Gestaltungsgrundsätze - Risikobeurteilung und Risikominderung"

 

Typ-B-Normen

Die Sicherheitsfachgrundnormen, behandeln in zwei Gruppen einzelne Sicherheitsaspekte (Typ-B1-Norm) oder Schutzeinrichtungen (Typ-B2-Norm), die an Maschinen angewandt werden können. Beispiele für Typ-B-Normen sind

EN 1037 "Sicherheit von Maschinen - Vermeiden von unerwartetem Anlauf". als eine Typ-B1-Norm

oder

EN 1088 "Sicherheit von Maschinen – Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen – Leitsätze für Gestaltung und Auswahl" als eine Typ-B2-Norm.

 

Typ-C-Normen

Die Maschinensicherheitsnormen, detaillieren Sicherheitsanforderungen für bestimmte Maschinen oder Gruppen von Maschinen. Als Beispiele für Typ-C-Normen seien genannt

EN 12717 "Sicherheit von Werkzeugmaschinen – Bohrmaschinen"

EN ISO 10218 "Industrieroboter – Sicherheitanforderungen"

 

Die Typ-A und Typ-B Normen sind als Grundnormen immer anwendbar. Da sie aber allgemeingültig und nicht auf bestimmte Maschinentypen ausgerichtet sind, können sie oft schwer auf ein speielles Maschinenproblem angewandt werden. Hier helfen die Typ-C-Normen, die es für viele Maschinentypen bzw Maschinengruppen gibt. Typ-C-Normen sind auf die speziellen Risiken einer Maschinenart ausgerichtet und können daher wesentlich klarer und direkter zielgerichtete Ansätze zur Risikoreduzierung bieten. Die als Beispiel angegebene EN 12717 betrachtet sehr speziell die Sicherheit von Bohrmaschinen. Weil andere Maschinentypen in dieser Norm nicht betrachtet werden müssen, können hier Risiken exakter benannt und Maßnahmen zur Risikominderung besser spezifiziert werden. Das Besondere an Typ-C-Normen ist, dass sie darüber hinaus auch Inhalte von Grundnormen überschreiben können. Das heißt, sie können von den in Grundnormen formulierten Sicherheitsanforderungen abweichen. Dort, wo sich die Anforderungen zwischen A/B-Normen und C-Normen unterscheiden, gelten für einen in einer Typ-C-Norm behandelten Maschinentyp nicht mehr die Anforderungen aus den Grundnormen, sondern diejenigen aus der Typ-C-Norm.

 

 

Für den Hersteller ist es wegen der größeren Klarheit immer vorteilhaft, auf eine Typ-C-Norm für den eigenen Maschinentyp zurückgreifen zu können. Leider gibt es nicht für alle Maschinentypen zutreffende C-Normen. Dennoch können Typ-C-Normen hilfreich sein, wenndurch Analogiebetrachtungen festgestellt wird, dass eine Maschine zumindestens teilweise  unter eine Typ-C-Norm fällt. Die, eventuell auch nur teilweise,  Anwendung einer C-Norm ist dann jedoch mit einer sachlich guten Begründung zu dokumentieren.

   
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